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Ehre, wem Ehre gebührt

Hier soll es zunächst um einige Spieler der Portland Houston Serie gehen, die sonst nicht im Rampenlicht stehen.

Fangen wir mit Robin Lopez an. Dessen Verpflichtung erlaubt es LaMarcus Alridge auf der Vier zu spielen, einer der Hauptgründe für den Erfolg der Blazers bisher. Alridge (auch LaMazing oder LaMonster genannt) dominierte in den ersten beiden Partien und konnte auch heute Nacht trotz einer schwachen ersten Häfte 23 Punkte und 10 Boards beisteuern.

Doch zurück zu Lopez: Dessen intelligente Cuts sind es nämlich, die Alridge Platz geben und es ihm erlauben, bisher so gut zu spielen (checkt dazu das Playoff Playbook #3 auf youtube von Basketball-Guru Dre Voigt). Wenn LA im Pick&Pop nach außen rollt, sollte normalerweise ein Spieler von der Weakside (also der Seite, auf der der Ball NICHT ist) aushelfen und den Wurf contesten.

Lopez jedoch schafft es immer wieder eine gute Position in der Zone einzunehmen, die die unmittelbare Aufmerksamkeit der Defense erfordert. Somit wird Lopez Verteidiger gebunden, da sonst Lopez zwei einfache Punkte in der Zone erzielen würde. Das macht es extrem schwer, bei LaMarcus auszuhelfen, die langen Wege für die Defensive verschaffen Alridge ein ums andere Mal freie Würfe, die dieser bisher hochprozentig in Punkte umzumünzen weiß.

Somit ist die starke Performance Alridges zu einem nicht unwesentlichen Teil auf Lopez zurückzuführen, der dafür jedoch kaum Credit bekommt.

Außerdem schafft es Lopez immer wieder durch seinen Hustle (6 Offensivrebounds und 3 Blocks) dem Spiel der Blazers Energie einzuhauchen und zweite Wurfchancen zu schaffen. 

 

Als Nächstes kommen wir zu Troy Daniels, der sich nach seinem spielentscheidenden Dreier wahrscheinlich nicht mehr vor dem Rampenlicht zu retten weiß. Trotzdem möchte ich ihm hier einige Teilen widmen.

Daniels wurde in der diesjährigen Draft nicht ausgewählt, nichtsdestotrotz verfolgte er weiterhin seinen Traum von der NBA. Wie der Deutsche Tim Ohlbrecht entschied er sich, seinen Platz in der NBA durch gute Performances in der D-League zu erkämpfen. Anders als Ohlbrecht konnte er ein Team finden, das sich in ihn "verliebte", seine Fähigkeiten von der Dreierlinie (er stellte einen D-League-Rekord für Dreier in einer Saison auf) sind für ein Team wie Houston, das auf Dreier, Freiwürfe und Korbleger setzt, der perfekte Fit.

Man muss sich nun mal in die Situation von Daniels hineinversetzen: Der Junge wird von den Rockets gesigned, spielt in der Regular Season noch magere 5 Spiele und erzielt 3 Punkte im Schnitt. Im Spiel 3 der Playoffs, einem Spiel das im Fernsehen national in den gesamten USA übertragen wird, ruft Hall of Famer Kevin McHale seine Nummer auf.

Daniels trifft seinen ersten Dreier, verwandelt in der regulären Spielzeit 2 seiner 5 Würfe, allesamt Dreier. 5 Minuten vor Schluss wird er ausgewechselt und durch Chandler Parsons ersetzt. Als das Spiel jedoch in die Overtime geht, kassiert Parsons sein 6. Foul und muss auf die Bank. Erneut vertraut McHale seinem ungedrafteten Rookie.

30 Sekunden vor Schluss hat Houston seine letzte Possession in der Overtime. Diese läuft jedoch nicht optimal, es sieht aus als würde Houston einen Turnover begehen. Irgendwie findet der Ball jedoch seinen Weg zu Daniels der schussbereit an der Dreierlinie steht (wo auch sonst?).

Mit Tausenden von Basketballfans, die in der Halle oder irgendwo auf der Welt per League Pass zuschauen, nimmt Daniels sein Schicksal selbst in die Hand. Mit 3 Sekunden auf der Shotclock tut er,was er am besten kann und drückt ab.

Der Ball fliegt Richtung Korb, Tausende halten den Atem an und sehen wie der Rookie den BIGGEST Shot seiner bisherigen Karriere trifft. Die Saison der Rockets, die bei einem 3-0-Rückstand so gut wie beendet ist, ist vorerst gerettet, die Katastrophe abgewendet.

Die Cinderella-Story Daniels ist eine, die jedem Fan das Herz erwärmen sollte (natürlich die Portland-Fans ausgenommen) und die den Playoff-Basketball so besonders machen.

 

Auch Patrick Beverley sollte nicht vergessen werden. Mit drei Dreiern im ersten Viertel hilft er Houston, einen guten Start zu finden.

Als Lillard am Ende der regulären Spielzeit den letzten Wurf der Blazers nimmt, ist es Beverley der perfekt verteidigt ohne dabei das Foul zu begehen, wie wir es in den letzten paar Tagen einige Male sehen konnten (ja Tony Allen, du bist gemeint). Doch Beverley gibt sich nicht damit zufrieden, sondern sprintet nach vorne. Nimmt Coach McHale nicht die Auszeit und hebt Harden seinen Kopf, so sieht er Beverley völlig frei unter dem gegnerischen Korb stehen, das Spiel wird vielleicht schon im vierten Viertel entschieden.

Ein weiteres wenig beachtetes, aber immens wichtiges Play macht Beverley in den letzten Sekunden der Verlängerung. Batum verfehlt den Dreier, der das Spiel ausgleichen und in die zweite Verlängerung schicken würde. Unter dem Korb lauert jedoch Alridge auf den Offensivrebound (die Spurs können ein schmerzerfülltes Lied davon singen, wie es ist, nach einem Dreier einen Offensivrebound zuzulassen, der zu einem weiteren Dreierversuch führt).

Beverley macht sich nichts daraus, dass er rund 30 cm kleiner ist, er springt und es gelingt ihm den Ball zu einem Teammate zu tippen. Diese kleinen, unscheinbaren Dinge sind es, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen.

 

Doch nun habe ich euch lange genug mit Rollenspielern und Cinderella-Storys gequält.

Wie schon erwähnt, hatte Alridge in der ersten Hälfte so seine Probleme, die Würfe, die er in Spiel 1 und 2 noch im Schlaf getroffen hatte, fielen nicht mehr. Ein Faktor dabei war sicherlich, dass McHale mit der Twintower-Aufstellung (mit den beiden Centern Asik und Howard) startete, sodass LA immer von Asik oder Howard, beide begnadete Defensiv-Center, verteidigt wurde.

Dafür spielten der ehemalige Rookie of the Year Damian Lillard sowie der französische Edel-Rollenspieler Nic Batum stark auf (30, 6 und 6 für D-Lill, 29, 9 und 6 für Batum). Im vierten Viertel legte zusätzlich Backup-Point-Guard Mo Williams 11 Punkte inklusive 4-Point-Play auf.

 Trotzdem hatte Houston im vierten Viertel ein angenehmes Polster von ca. 10 Punkten. Harden und Howard spielten beide gut (24, 9 Boards und 6 Assists für den Bärtigen, 24 und 14 für den vermeintlichen Superman).

Doch erneut gelang es Harden nicht, eine gute Quote aus dem Feld zu werfen (13-35). Hier liegt der große Fehler im Spiel von Houston. Während Harden und Howard im Pick&Roll früher in der Partie unaufhaltsam waren, wurde diese Option später im Spiel kaum noch wahrgenommen. Auch das Post-Up Howards wurde spät in der Partie stäflich vernachlässigt. Klar, Howard wird nie ein Hakeem Olajuwon und ja er trifft seine Freiwürfe unterirdisch, aber hier jetzt in aller Deutlichkeit: NIEMAND KANN HOWARD IN DIESER SERIE VERTEIDIGEN. Bei 10 von 16 Würfen die Howard getroffen hat, tritt zwangsläufig die Frage auf, wieso ein James Harden 37 Würfe nimmt.

Am Ende des Spiels hört Houston vollständig auf, irgendwelche Plays zu exekutieren. Der Ball wird in Hardens Hände gegeben, der Weg zum Korb frei gemacht, Harden spielt die Uhr herunter und nimmt am Ende einen Stepback-Jumper, den er in dieser Serie einfach nicht trifft.

Wenn Houston die Serie noch drehen will und erst recht, wenn sie tiefer in die Postseason vorrücken wollen, muss dieser Isolation-Irrsinn ein Ende haben. Es spricht doch nichts dagegen, auch am Ende einer Partie ein vernünftiges Play zu laufen.

Klar sollte Harden als Superstar den Ball in der Hand haben, aber wieso nicht die Defense erstmal ein bisschen bewegen und Harden durch einen Downscreen oder eine Pick&Roll einen Vorteil geben, um letzendlich einen guten Wurf zu bekommen - und keinen Midrange-Stepback-Jumper, der in Houstons Spielphilosophie eigentlich sowieso keinen Platz hat.

 

 

Diese beiden begeisternden Spiele stellen den Auftakt für mein Hardcore-Wochende dar. Da ich jedoch auch etwas Schlaf brauche, werdet ihr die Erkentnisse dieses Wochenendes jedoch vermutlich erst nächste Woche lesen können.

Tut euch den Gefallen und guckt zumindest die Spiele der OKC-Memphis und der Portland-Houston-Serie - glaubt mir, das wollt ihr nicht verpassen. Mögen die 4-Point-Plays weiter fallen und die OTs uns vom Schlafen abhalten! In diesem Sinne euch allen ein schönes Wochenende und weiterhin spektakuläre Playoffs.

26.4.14 13:04
 
Letzte Einträge: Raptors vs Nets, OKC vs Memphis, Der alpha-Bulle, BIG Smallball, RIP CITY


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